Immer wieder werden wir nach den Mittelmeerkrankheiten gefragt, ob die Hunde getestet sind und was überhaupt Mittelmeerkrankheiten sind. Hier kann man bei der Suche im Internet viel Material finden. Tatsächlich ändert oder hat sich bereits einiges durch den Klimawandel verändert und somit finden wir bereits einige der Erreger der sogenannten „Mittelmeerkrankheiten“ bereits in Deutschland oder den Nachbarländern.

Nachfolgend haben wir die Krankheiten genannt möchten aber auch darauf hinweisen, dass nicht jeder Hund der aus dem Süden kommt und eine der aufgeführten Symptome zeigt, an einer MMK erkrankt ist, vor allem geht es hierbei immer wieder um die Leishmaniose. Das diese Krankheit unbehandelt zum Tod führen kann, ist sicher nicht zu bestreiten aber es gibt in der Zwischenzeit auch sehr gute Behandlungsmöglichkeiten die dem Hund ein langes Leben ermöglichen.

Unsere Hunde sind in den meisten Fällen getestet, eine Ausnahme machen die Welpen. Hunde vor dem 8. bis 10. Monat auf Leishmaniose zu testen macht nur wenig Sinn, da ein Test in diesem Alter keine zuverlässigen Ergebnisse hervor bringt.

 

Eine Garantie für ein langes und gesundes Leben können wir leider nicht geben. Es gibt außer den so gefürchteten Mittelmeerkrankheiten noch jede Menge anderer Gefahren oder auch Krankheiten, die weder wir noch Züchter ausschließen können.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.


Ehrlichiose

Die Ehrlichiose tritt häufig gemeinsam mit der Babesiose auf, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden.

Übertragung:

Verursacht wird die Ehrlichiose durch Kleinstorganismen (Rickettsien), die sich in den weißen Blutzellen des Hundes festsetzen und von diesen in Lymphknoten, Leber und Milz, später auch in andere Organe transportiert werden.

Krankheitsbild:

Ein bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Krankheitsausbruch mit Fieberschüben bis 41 Grad Celsius, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen, Krampfanfällen und Blutungsneigung. Blutungen können sichtbar auf Haut und Schleimhäuten oder unsichtbar in Gelenken auftreten. Später können sich Knochenmarkschäden und chronische Blutarmut einstellen.

 

Lyme-Borreliose

Der Erreger der Lyme-Borreliose, Borrelia burgdorferi, wir der Familie der Spirochaetaceae zugerechnet.. Die Verbreitung erstreckt sich rund um den Globus. In Mitteleuropa werden die Borrelien von der dreiwirtigen Schildzecke (Ixodes ricinus) übertragen, es können ALLE Zeckenstadien infiziert sein. Die Bakterien, die im Darm der Zecke leben, werden durch die Blutmahlzeit aktiv. Nachdem der Hund von der Zecke gestochen wurde, dauert es ca. 24 Stunden bis die Bakterien in den Hund eingedrungen sind. Eine umsichtige Entfernung der Zecken vor dieser Zeit kann die Infektion verhindern! Endemische Gebiete stellen vor allem Flussniederungen dar. Hauptsächliche Wirte der Borrelien sind vor allem Nager und Insektenfresser. Die Zecken sind vor allem von März bis Oktober aktiv, wobei die höchste Aktivität auf die Monate April bis Juli und September fällt.

Krankheitsverlauf:

Symptome der Borreliose können sein: einzelne oder wiederkehrende Fieberschübe, Lethargie, Fressunlust und Gewichtsverlust, Lahmheit und Lymphknotenschwellungen. Es kann aber auch zu Herzbeschwerden, neurologischen Auffälligkeiten oder Nierenerkrankungen kommen. Bei länger andauernder, wechselnder Lahmheit oder Arthritis sollte an eine Borreliose gedacht und diese ausgeschlossen werden.

Diagnose:

Die Diagnosestellung bei der Borreliose ist aufgrund der unspezifischen Symptome schwierig. Dabei sollte der Nachweis aufgrund der Fragestellung erfolgen. Es gibt hierzu verschiedene Möglichkeiten:

 

    Borreliose-Antikörpertiter: Immunfluoreszenztest, der Antikörper frühestens 2 Wochen nach Infektion nachweist; früher ist höchstens ein Erregernachweis möglich.

    Borreliose-Immunoblot: Durch diesen serologischen Test werden Antikörper gegen einzelne Borrelien-Antigenfraktionen nachgewiesen. Dieser Test ist spezifischer und auch aufwendiger und teurer als der Immunfluoreszenztest. Sinnvoll zur Abklärung niedriger oder fraglicher Titer.

    Borrelien-PCR (Polymerase-Kettenreaktions-Test): Direktnachweis (schnell und sehr empfindlich), benötigtes Untersuchungsmaterial z. B. Gelenksflüssigkeit.

 

Prophylaxe:

Ein wirksamer Zeckenschutz durch Parasitenhalsband (z. B. Kiltix, Scalibor) oder Spot-On-Präparaten (z. B. Exspot, Frontline – auch als Spray erhältlich) ist in endemischen Gebieten unerlässlich. Zusätzlich sollte der Hund nach jedem Spaziergang sorgfältig abgesucht und Zecken sofort entfernt werden.

 

Dirofilariose (Herzwürmer)

Erreger ist Dirofilaria immitis, eine Filarienart. Er ist obligat zweiwirtig. Ca. 60 verschiedene Stechmückenarten übertragen die Mikrofilarien (die Vermehrungsform). Daraus entwickeln sich im Endwirt Hund die adulten Herzwürmer oder Makrofilarien. Diese Makrofilarien finden sich in großer Zahl im rechten Herzen, der gr. Lungenarterie, der gr. Hohlvene und gelegentlich in anderen Organen. Blutgefäße und Arterien können dadurch verstopfen und es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion. Die Makrofilarien sind 1 mm dick und 20-30 cm lang. Das Erregerreservoir bilden latent infizierte Hunde.

Das Vorkommen der Krankheit wird durch die Verbreitung der Stechmücken bestimmt. Das größte Infektionsrisiko haben in Europa die Mittelmeerländer.

Die Ausprägung der Symptome ist von Anzahl und Lokalisation der Makrofilarien abhängig. Die Patienten ermüden schnell und zeigen Atemnot, Husten, Herzrasen, Herzerweiterung, Leberstauung, Bauchwassersucht, Wasser in den Beinen. Der direkte Nachweis der Mikrofilarien erfolgt durch mikroskopische Untersuchung des Kapillarausstrichs. Die Blutprobe muss abends entnommen werden, weil dann die Mikrofilarien am zahlreichsten im Blut vorkommen. Die Untersuchung auf adulte Filarien erfolgt über Antigennachweis im Serum.

 

Leishmaniose

Verbreitung:

Bei dem Krankheitserreger handelt es sich um einen Parasiten (Geißeltierchen wie bei Malaria), der durch eine spezielle Sandfliege/Schmetterlingsmücke verbreitet wird. Diese kommt in südlichen Ländern vor (Tropen, Subtropen und Mittelmeerraum). Begünstigt wird die Verbreitung durch Feuchtgebiete (auch gut gewässerte Gärten, Sumpfgebiete, Müllkippen in Wassernähe etc.).

Krankheitsbild:

Der Hund ist nach der Infektion zunächst unauffällig. Bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen Monate, manchmal Jahre. Zusätzlich auslösender Faktor scheint großer Stress zu sein (Operation, dramatische Veränderung des Umfeldes, in südlichen Ländern leider immer noch Quälerei oder ein anderer Stressfaktor bzw. eine Schwächung des Immunsystems). Der Hund wird apathisch, lustlos und ist schnell erschöpft. Ein massiver Gewichtsverlust, ausgelöst durch Appetitmangel und schwere Durchfälle mit Erbrechen begleitet die Krankheit im Anfangsstadium.

Hautveränderungen, die mit Räude, Demodexmilben und vielleicht auch mit Hitzestippen verwechselt werden, treten im weiteren Verlauf der Krankheit auf. Auffallend sind Schorfbildung an der Nase, den Ohrrändern und zwischen den Pfoten Ballen, schuppendes Fell und ein starker Juckreiz, wobei das Fell ausfällt. An den Läufen und in der Leistengegend bilden sich kahle Stellen, die sogar bluten können. Im Gesicht des Hundes tauchen Schwellungen (geschwollene Lymphknoten) auf. Gleiches gilt für die Leistengegend.

Es kann zu einer zeitweiligen Lahmheit kommen, bei der der Hund nicht mehr alle Extremitäten belastet, weil die Schmerzen zu stark sind. Auch Anzeichen einer "Erkältung" mit einem der genannten Symptome zusammen können auf Leishmaniose hinweisen. Die Ausscheidungen des erkrankten Tieres riechen sehr stark, so dass jemand, der damit etwas Erfahrung hat, die Krankheit sogar riechen kann. Auch die Netzhaut verändert sich. Diese sollte regelmäßig auf Einblutungen überprüft werden. Gleiches gilt für den Augeninnendruck und eventuelle Entzündungen des Innenauges. Unbehandelt hat der Hund keine Überlebenschance, denn er stirbt nicht an den Geißeltierchen, die ihn befallen haben, sondern an einer Zersetzung der inneren Organe und am Versagen des gesamten Immunsystems.

Prophylaxe:

Seit neuestem gibt es eine Impfung. Das Einreiben mit Insektenschutzmitteln bietet zwar keinen sicheren Schutz, hilft aber etwas. Es gibt  spezielle Halsbänder SCALIBOR (Hersteller Hoechst Roussel Vet). Erhältlich sind diese bei den Tierärzten. Da die Sandfliegen insbesondere in der Dämmerung aktiv sind, sollten in dieser Zeit die Hunde im Haus gehalten werden.

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